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Giro de Saale – Wasser mal anders 02.-04.09.2011
Nach zwei Jahren Reden und einer intensiven zweistündigen Vorbereitung der
Etappenplanung (1. Tag-65 km, 2. Tag-85 km, 3. Tag-70 km), mit Ab- und
Ankunftspunkten machten wir uns dann endlich am 02.09.2011 mit dem Bus von meinem
Bruder, mit welchen Sandra dann wieder nach Hause gefahren ist, auf den Weg
nach Rudolphstein um mit dem Rad in den nächsten Tagen bergab in Richtung
Heimat, bis Naumburg, zu radeln. Immerhin bestand unsere Truppe zu 50% aus
Vereinsmitgliedern, die ich hier nicht im Einzelnen aufzählen möchte – naja doch – Jörg Laue und ich. Also waren wir zu viert- Steffen und Norbert waren noch mit von
der Partie.
Die ersten Kilometer waren bei strahlendem Sonnenschein schnell
bewältigt. Ein kurzer Blick auf die Karte brachte dann auch gleich die Überraschung –
es ging nicht nur bergab, sondern auch gehörig bergauf – nach Pottiga. Oben
angekommen war bei Jörg der erste Sachenwechsel angesagt, weil er etwas zu
warm angezogen war. Im Grund war uns allen recht warm, denn die Berge hatten
etwas andere Höhen und Längen als im Mansfeldischem. Steffen hatte in diesem
Abschnitt seinen ersten tragischen Unfall, mit wahrscheinlicher Todesfolge – er
überrollte mit beiden Reifen eine Eidechse, huhu und heul.
An einigen Anstiegen
hätte ich fast das Lenkrad durchgebissen, so heftig waren diese für mich. Gott sei
Dank hatten wir Jörg dabei – der muss nämlich oft pinkeln – und so waren doch
mehrere kurze Pausen dabei. Der erste Tag war dann, nach etlichen Berg- und
Talfahrten, so gegen 16:30 Uhr geschafft – genau wie wir vier – und Ziegenrück
erreicht. Bei einem kulinarischen Highlight kamen wir zu Ruhe – Bier. Das Hotel war
gut gewählt, denn den Abend konnten wir bei einem genüsslichem Essen und
anschließendem Bowling und einigen Getränken – zwecks Ausgleichs des voran
gegangenen Wasserverlustes – ausklingen lassen.
Am nächsten Tag verbrauchte ich
in den ersten 90 Minuten 70% meiner Tagesenergie, denn es ging gleich zu Beginn
2x straff Bergauf – nach Paska und Reitzengeschwenda. Die Abfahrt zur
Linkenmühle hätte fast mein Ende bedeutet, als sich der Befestigungsgurt meiner
Tasche um die Hinterachse wickelte. Eine Vollbremsung verhinderte Schlimmeres. Hier angekommen nahmen wir im Hohenwartestausee ein erfrischendes Bad, denn
die Sonne brutzelte erbarmungslos auf uns hernieder.
Beim Losfahren passierte
dann das zweite Malheur – Jörg rutschte von der Pedale ab uns zog sich – nach
seiner Ansicht – eine SPRUDELNDE Wunde zu, haha. Ich holte, in Form eines
Druckverbandes, von einem parkenden Autofahrer erste Hilfe. Endlich war alles
wieder chic – Jörg war verarztet und die Berge hatten ein Ende und so rollten wir
zügig weiter den Saaleradweg entlang. Keiner hatte mehr Lust sich auch nur eine
Burg aus der Nähe anzuschauen, denn diese liegen bekanntlich immer auf einem
Berg. Auch Hunger macht bekanntlich böse – so auch bei Steffen. Nachdem ich alle
an Saalfeld vorbei geschleust hatte -wo es teuflisch gute Thüringen Rostbratwürste
gab – musste wir in Rudolstadt Zwangshalt machen um bei einem Italiener Kräfte zu
tanken - Radler und Pasta.
Kurz vorm Ziel, in Zeutsch, kam noch ein 350m langer
Anstieg den unser Fliegengewicht Jörg mit Ach und Krach schaffte, wir anderen
haben unsere Räder hoch geschoben. Oben angekommen sahen wir das Ziel – Freienorla. An diesem Tag habe ich gut und gerne 8 Liter Wasser getrunken und am
Abend auch noch einige Vitamingetränke nachgelegt. Keiner dachte so wirklich noch
an einen abendlichen Ausflug ins samstägliche Nachtleben.
Sonntag – Endspurt
nach Naumburg. Es hieß nur noch ankommen, denn die Kräfte waren nach den
vergangenen zwei Etappen nicht mehr ganz so frisch, aber das Streckenprofil meinte
es gut mit uns, bergan ging es nun nur noch sehr gemäßigt. In Bad Kösen machten
wir vor dem Zieleinlauf eine letzte Rast und nahmen flüssige Mineralstoffe zu uns.
Nach kurzer Zeit waren wir am Endpunkt unserer Tour - NAUMBURG war nach 220
km erreicht. Dort sahen wir ein Schild, das zeigte -Lutherstadt Eisleben 47 km – an.
Keiner wollte mehr. Was soll ich sagen – unser Ausflug war perfekt geplant – drei
volle Tage Wärme, strahlender Zonenschein und dem Wasser immer - wenn auch in
oder auf anderer Art und Weise - nah.
Detlef Sacher |